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Moin Moin,

Ihr findet mich natürlich weiterhin unter

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Träumerei 

Manchmal
Kurz vor der Dämmerung, - wenn es noch dunkel ist,
aber ich weiß
gleich kommt der Tag
gleich wird langsam alles heller und heller...... 

wenn dann bereits die ersten Zeitungsausträger,
Milchmänner und Bäckerburschen ihre Runde drehen
Wenn in den Fabriken die Nachtschicht unter der Dusche steht und die Frühschicht sich verstohlen in die Pausenräume schleicht
um die ersten Zigaretten zu rauchen 

Manchmal
Kurz vor der Dämmerung
Kurz bevor der Tag die Nacht ablöst
Wenn am Kiosk gegenüber die ersten Flachmänner über die Theke wandern
Und wenn am Bahnhof die Penner aus den Toiletten kriechen 

Manchmal
Kurz vor der Dämmerung,
wenn die Morgennebel sich zwischen den Straßenzügen meiner Stadt festkrallen
Stolpere ich in meinen verschwitzten Träumen mit wunden Füßen durch die Häuser
Klaue mir aus einem Briefkasten die Tageszeitung
ich weiß, gleich wird es hell –
und ich gehe dann wieder nach Hause
um einen Kaffee zu trinken....... 

Manchmal, - kurz vor der Dämmerung
Winde ich mich aber auch aus meinem Bett,
wandere ungeduscht und Zigaretten verschlingend zum Bahnhof und gucke mir voller Fernweh den Fahrplan an:
7.34 Uhr Hellas Express
8.25 Uhr  Kopenhagen
9.02 Uhr Palermo über Innsbruck - Rom - Neapel
Ich will weg von hier
jetzt,
sofort

dann bin ich um 6.00 Uhr bereits der erste nicht von gestern übrig gebliebene Gast im Bahnhofsschnellimbiss
kurz vor der Dämmerung ist dies hier eine verkommene Schmuddelkneipe
aber ich fühle mich wohl im kalten, abgestandenen Zigarettenrauch
und in verschalten Bierausdünstungen...... 

Manchmal,
kurz vor der Dämmerung
kommen hier die letzten Nutten vorbei und waschen sich mit Asbach und Mariacron die Schminke aus dem Gesicht 

es ist Morgen
ich freue mich
das gerade ich noch lebe 

und mit großen Druckbuchstaben
male ich unter das Plakat der West-Marlboro-Lucky-Strike-Generation
das ich
gerade ich
mir meine Zigaretten immer noch selber drehe! 

Manchmal,
morgens,
träume ich von goldenen Stränden,
grünen Pinien und Olivenhainen
Blütenschnee
Und Zitronenbäumen
Träume von rubinrotem Wein
Bestelle in fließendem italienisch irgendwo auf einer Piazza in Firenze
Un bicchere di vino rossa, ancora, Luigi, prego 

Um dann mit der roten Margret noch einen Asbach zu kippen
Und wenn dann die Kaufpaläste ihre Schleusen öffnen
Dann
Leiste ich mir ein neues, teures Deo
Und ein neues Duschgel
Trotte langsam wieder nach Hause
Und lege mich stundenlang in die Badewanne 

  

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